Angst erkennen und verstehen: Achtsame Wege zu Selbstwirksamkeit und konstruktiver Angstbewältigung

Das Video von Dami Charf, das heute erschienen ist, hat mich zu einigen Gedanken angeregt, die ich gerne mit dir beziehungsweise euch teilen möchte. Natürlich könnte ich noch stundenlang mehr zu diesem Thema erzählen, aber ich wollte mich möglichst kurz fassen und einen kleinen Einblick in meine Herausforderungen dazu geben. Okay, es ist länger geworden als gedacht, doch ich finde, es spricht wichtige und vor allem häufig unbekannte Aspekte an.

 

Mit Angst achtsam und selbstwirksam umgehen

Angst macht uns zunächst darauf aufmerksam, dass wir uns in einer Situation oder vor einer Herausforderung unsicher fühlen. Sie stellt gewissermaßen die Frage: Willst du das wirklich tun? Ist es das Richtige? Bringt es dein Leben auf irgendeiner Ebene in Gefahr? „Bitte schau genau hin“, sagt die Angst.

 

 Angst auf der Körperebene

Auf körperlicher Ebene kommt dabei das autonome Nervensystem mit seinem Stresstoleranzfenster ins Spiel: Bei Übererregung wird die Amygdala aktiv, sie versucht einzustufen, welche Signale sie über den Thalamus, aus der Umwelt und vom eigenen Körper (Propriozeption) empfängt und wie sie diese bewertet. Davon hängt dann auch unsere Reaktion ab.

 

Vergangene Erfahrungen als Schlüssel zur Angstbewältigung

Entscheidend ist dabei, wie frühere Erfahrungen unser heutiges Reaktionsverhalten prägen. Was wir damals erlebt, wie wir in bestimmten Situationen gehandelt haben und wie wir diese am Ende bewertet haben, beeinflusst, wie wir auf neue Herausforderungen reagieren.

So reagieren wir oft mit eingefahrenen Mustern und Sichtweisen aus unserer Kindheit auf heutige Situationen. Besonders wenn wir traumatische Erfahrungen gemacht haben, kann Angst uns regelrecht lähmen oder dazu führen, dass wir Situationen, die unser Gehirn als unsicher oder bedrohlich einstuft, lieber vermeiden wollen.

 Es lohnt sich, sich intensiv mit dem Thema Angst auseinanderzusetzen.

 

Wie ich meinen Ängsten begegne – Ein persönlicher Weg

Lange Zeit fiel es mir schwer, in der Öffentlichkeit sichtbar zu werden – ich habe es oft unbewusst vermieden, weil Sichtbarkeit in meiner Kindheit mit Gefahr verbunden war. Erst nach zahlreichen Klopfprozessen wagte ich meinen ersten Facebook-Post und später die Teilnahme an Interviews, die auf YouTube veröffentlicht wurden. Nun stehe ich erneut vor der Herausforderung, wenn es um Reels oder Videos geht. Dabei begegnen mir immer wieder verschiedene innere Anteile, sowohl jüngere als auch neuere, die Bedenken haben, ängstlich sind oder Sorgen verspüren. Durch das Klopfen kann ich diese Ängste, Gedanken und aufkommenden Gefühle Schritt für Schritt bearbeiten und bewusst entscheiden, ob, wann und wie ich etwas mache. Ohne meine Vision, die der Angst entgegensteht, wäre ich vermutlich einfach unsichtbar geblieben und hätte einen Angestelltenjob ohne Kontakt und Sichtbarkeit gewählt – oder zumindest das Sichtbare weiterhin vermieden.

 Ich begegne der Angst zunächst mit Wertschätzung, denn sie möchte mich auf etwas aufmerksam machen und mich schützen. Im nächsten Schritt schaue ich mir die Auslöser in der Gegenwart an, betrachte die verschiedenen Aspekte und suche nach den zugrunde liegenden Momenten und Reaktionsmustern. Diese zeigen sich oft während des Klopfprozesses und können so verarbeitet und integriert werden. Dadurch findet das Nervensystem zurück in sein Stresstoleranzfenster, und ich kann bewusstere, „neutralere“ Entscheidungen treffen, bei denen alle inneren Anteile einbezogen werden.

Falls Du Unterstützung bei Ängsten oder herausfordernden Situationen suchst, kannst Du Dich gern melden – sowohl persönlich als auch online stehe ich Dir zur Seite. Neben der Begleitung lernst Du eine Methode kennen, die Dir hilft, selbstwirksam neue Wege zur Lebensgestaltung zu finden und anzuwenden.

 

Weitere mögliche Ursachen von Angst: Körperliche Faktoren

 Zusätzliche Hinweise, die zwar nicht direkt zu meinem Fachgebiet gehören, aber im Zusammenhang mit Angst von großer Bedeutung sind:

 Sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern kann der Mororeflex aktiv sein – weitere Informationen dazu findest Du bei meiner Kollegin Christine Armbühl unter sine-hilft.de. Der Moro-Reflex ist ein frühkindlicher Reflex der entweder integriert oder nicht integriert ist. Und ein nichtintegrierter aktiver Moro kann eine Ursache für Angst sein.

  • hormonelle Veränderungen,
  • Schilddrüsenerkrankungen wie eine Überfunktion,
  • chronische Entzündungen oder
  • Herz-Kreislauf-Probleme Angstgefühle begünstigen.
  • Ebenso spielen Mangelzustände, etwa bei Vitaminen (wie Vitamin B12, Vitamin D) oder Spurenelementen (zum Beispiel Magnesium oder Eisen), eine Rolle – ein Defizit kann das Nervensystem empfindlicher machen und die Stresstoleranz senken.
  • Auch Nebenwirkungen von Medikamenten,
  • Schlafmangel,
  • eine gestörte Darmflora oder
  • bestimmte neurologische Erkrankungen wirken sich aus.

Angst kann kopmlex sein

Es zeigt sich also, dass oft viele verschiedene Faktoren zusammenkommen können. Das Schöne daran ist, dass es immer mindestens eine Lösung für jede Herausforderung gibt.

 

Zum Schluss

Ein grosser Dank an Dami, für das inspirierende Video und ihre Sichtweise. Besonders schätze ich den Hinweis, dass es nicht immer der einzig richtige Weg ist, der Angst direkt zu folgen – wie es heute oft propagiert wird. Gerade für Menschen mit traumatischen Erfahrungen kann dies sogar retraumatisierend wirken, wenn sie unter starken Stress geraten.

 Nimm Dein Leben in die eigenen Hände – für Dich, für Deine Familie und für eine Welt, in der Verbundenheit, Würde, Frieden und Freiheit einen Platz haben. Gemeinsam können wir einen Raum schaffen, in dem wir gerne leben und wachsen wollen.

 Wenn Du Unterstützung suchst beim Thema Angst und Phobie, melde Dich gerne. Ich bin da und unterstütze dich mit der wundervollen Körper- und Prozessorientierten Klopfakupressurtechnik.