Bindungs- und Entwicklungstrauma Teil 1

11. September 2021 | Biographieprozesse, Blog, Dies und das, Impulse

Bindungstrauma ist eines der bisher eher Unbekannteren. Um zu verstehen wie es entsteht geht es heute ersteinmal um die 4  Bindungsstile und die Definition von Bindung. Im nächsten Teil geht es um die Auswirkungen.

Bindung ist eines der wichtigsten menschlichen Grundbedürfnisse.

Wir sind soziale Wesen und benötigen vor allem im Baby und Klein- bzw. Kindesalter, verlässliche, feinfühlende Bezugspersonen die auf unsere Bedürfnisse nach Sicherheit, Schutz, Nähe, Geborgenheit, Versorgung (Essen,Trinken, Schlafen, adäquate Kleidung) Liebe (sich angenommen und gesehen, sowie wahrgenommen und gehört fühlen), Gesundheit, sowie das Beruhigen (Coregulation des Nervensystems nach Stressen), reagieren.

Es besteht also in jungen Jahren eine große Abhängigkeit von unseren Bindungs-/Bezugspersonen. Sie prägen unsere Erfahrungen. Sie prägen unsere Bindungs- und Beziehungsstile, die wir fortan auch auf unsere Umwelt übertragen.

Wie wir in vorsprachlicher Zeit Bindung erfahren haben, ist fortan unbewusst unsere Blaupause für unsere Verbundenheit mit uns selbst (Selbstbild), unsere Beziehungsstile in Partnerschaft, Familie, Freunden, beruflichen Kontakten etc., sowie unsere Verbundenheit zur Welt, zur Erde, Pflanzen und Tiere verantwortlich.

Es gibt nach John Bowlby, ein Psychiater und Psychoanalytiker des letzten Jahrhunderts, verschiedene Bindungstypen. Er hat Jahrzehnte mit Mary Ainsworth zusammen Menschen von Säuglingsalter an begleitet um zu sehen, wie unterschiedlich sich Menschen, aufgrund ihrer Bindungserfahrungen entwickeln.

Heute ist Prof. Karl Heinz Brisch ein bekannter Bindungsforscher. Er hat viele Bücher zu dem Thema geschrieben und es gibt auch Kurse für junge Eltern und Therapeuten.

Bindungsstile werden und wurden häufig an 12 bis 18 Monate alten Kindern erforscht mit der sogenannten Fremdensituation. Die Bezugsperson spielt mit dem Kind, sie verlässt dann den Raum und eine fremde Person kommt stattdessen in den Raum. Nach einer Weile kommt die Bezugsperson wieder in den Raum. Und hier wird nun geschaut, wie die Interaktion und die Reaktion des Kindes ausfällt.Daneben gibt es auch weiterführende Untersuchungen z.b. bei Besuchen daheim.

Ich habe hier versucht die Essenz zu erfassen. Es gibt im Internet viele weiterführende Informationen dazu, wenn Du Dich weiterführend informierne willst.

  • Unsicher-vermeidende Bindung: Die Bezugsperson bietet wenig Nähe und Sicherheit, hier ist den Bezugspersonen der enge Kontakt selbst unangenehm. Der Aussenfokus der Kinder ist als Anpassung zu sehen.
  • Sichere Bindung
    Hier wechselnd sich Exploration und Bindungsverhalten ausgewogen ab. Bezugspersonen reagieren feinfühlig auf die Bedürfnisse nach Nähe und Sicherheit etc. Und dadurch kann das Kind wieder in die Erforschung der Umwelt gehen.
    Autonomiebedürfnis und Verbundenheitbedürfnis können ausgewogen bedient werden.
  • Unsicher-ambivalente Bindung
    Die Bezugsperson reagieren unzuverlässig auf die Bindungsbedürfnisse. Mal abweisend, mal freundlich, so, dass das Kind weder die Nähe sucht, noch in die Exploration geht. Das Kind ist unsicher und hin und her „gerissen“ zwischen in der Nähe bleiben und nicht explorieren und gleichzeitig direkte Nähe vermeiden, da ungewiss ist wie die Reaktion der Bezugsperson ausfällt.
  • Desorganisierte Bindung
    Hier löst die Bezugsperson wiedersprüchliche Gefühle aus. Z.B. bei Missbrauch, Gewalt oder Vernachlässigung. So wird die Bezugsperson als angstauslösend und sicherheitsgebend wahrgenommen. Das Verhalten äußert sich dann häufig bizarr. Ein Kind kann zu verschiedenen Bezugspersonen verschiedene Bindungsstile entwickeln.

Hier kannst Du vielleicht auch schon erahnen, wie sich das im Jugend- und Erwachsenenalter widerspiegelt. Und vielleicht gelingt es Dir auch anhand dieser kurzen Aufstellung herauszufinden, welchen Bindungstil oder welche verschiedenen Bindungsstile Du erlebt und verinnerlicht hast.

Kinder entwickeln im Laufe ihres jungen Daseins zum Glück verschiedene Bindungserfahrungen mit Bezugspersonen, so dass sich auch andere Bindungsstile erlebt werden. Und ich hoffe, dass auch sichere Bindungsangebote dabei gewesen. Diese können von Verwandten, Freunden, Kindergrätnerinen und Lehrern oder anderen wichtigen Personen erlebt worden sein.

Wirf doch mal durch die Bindungsstilbrille einen Blick zurück, mit wem Du welche Bindungsstile erlebt hast.Und welche Vor und Nachteile sich daraus ergaben.

Und Du kannst jetzt mit diesem Mini Einblick in die Bindungsstile bestimmt auch schon das eine oder andere bewusst erfassen, und herausfinden welche Dynamiken und Probleme sich in Deinen Beziehungen finden, die daraus entstanden, welche Bindungserfahrungen Du als Kind erlebt hast.

Ich möchte noch erwähnen, dass sich aus Bindungsstörungen und häufig damiteinhergehenden Entwicklungstraumaerfahrungen, später auch psychische Erkrankungen ergeben können.

Der nächste Schritt wäre nun, in die Verarbeitung und Transformation zu gehen, um die Probleme die Du heute hast, zu wandeln.

Wenn Du magst, melde Dich bei mir und wir schauen gemeinsam, welche Möglichkeiten ich Dir auf Deinem Selbstheilungsweg anbieten kann. Gehe auf Deine Reise zu Dir selbst.

Tue es für Dich, für Deine Familie und für unsere Welt. Für eine Welt in Verbundenheit, Leibe und Würde. Zu uns selbst und zu allem Lebendigen.

Danke, dass Du Dein Leben in die Hände nimmst.

 

 

 

 

 

 

 

 

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in diesem 5. Blogbeitrag der Serie zum Thema Anst, geht es um weiterführende Impulse und Gedanken zu Angst. Angst als Gefühlskraft. Das Wesen der Angst. Und die Frage wozu sie dient und wie sie aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden kann in der Alternativen, energetischen Medizin. Und weitere Ideen zum Umgang mit der Angst.

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